Sommer im Stress

Sommer Reisen Stress - läutet's da irgendwo?

Ist es nicht faszinierend, da freuen wir uns auf den Urlaub, machen Pläne, genießen die letzten Wochen davor schon die Ruhe in der Arbeit (es sind ja schon alle anderen weg, und wir haben den ganzen Sommer lang Zeit alles aufzuarbeiten, was liegengeblieben ist das Jahr über). Und dann: Stress. Und Die Reise startet mit dem Gedanken, was das eigentlich soll. Weil Stress hamma ja nur übers Jahr. Sommer ist Urlaub. Und Urlaub ist Stress. Das gibt nicht einmal in schlechten Beziehungsratgebern und den Sommerlochratgeberseiten in den Zeitungen.

Ui. Jetzt ist es schon wieder passiert. Dieses Jahr habe ich mir doch vorgenommen: Reise rechtzeitig planen. Arbeit rechtzeitig abschließen. Urlaub schon vorbereiten, indem das Arbeitspensum schon früher in den Sommermodus geschaltet wird.

Wobei ... vielleicht ist das wieder einer dieser paradoxen Fälle, wo uns das Bild vom Strand und dem Urlaub und der absoluten Erholung wie so eine Karotte vor der Nase hängt. Und wir: hinterhecheln. Weil: Die anderen sind auf Urlaub, also: Urlaubsvertretung = Stress. Und wir: neu einarbeiten. Minütlich. Weil: Jeder ist einzigartig. Und ersetzbar. Während des Urlaubs auf jeden Fall. Und die Erzetzbarkeit muss unbedingt vorbereitet werden. Oder so.

Karotte vor der Nase ist auch das kleine Arbeitspensum, das anregt, die großen Dinge in Angriff zu nehmen. In Kombination mit der sommerbedingten Stressfreiheit (nur ned hudeln, es is heiss und Sommer) und Urlaubsvertretung: ganz schlecht. Weil große Dinge = Stress. Und wir: wuseln herum. Weil: Der Schreibtisch ist auch noch nicht zusammengeräumt. Und das im Sommer. Wie grausam.

Größte Karotte oder fast schon (Schoko-)Banane vor der Nase ist natürlich der eigene Urlaub. Davor. Danach. Und währenddessen. In Kombination mit den großen, übers Jahr gehäuften Traumprojektionen und Vorbereitung (und Urlaubsvertretung und kleines Arbeitspensum und große Dinge, ehschonwissen) = Stress. Und wir: drucken. Und telefonieren. Weil: Urlaub ist super. Aber wer füttert das Meerschwein? Und im Kühlschrank die zusammenzuessenden Reste. Kugelrund in den Urlaub rollen. Wenigstens ein Ziel erreicht. Weil kugelrund rollen, da holt man sich keine blauen Flecken. Auch was.

Die Sätze werden kürzer, der Urlaub gefühlt länger und immer weiter weg. Und innerlich ist man ja schon fünfmal dort gewesen. Beim Träumen davon. Beim Suchen. Beim Buchen. Beim Packen. Und dann .... kommt die große Enttäuschung? Oder wirds noch viel toller als wir uns das jemals an graublauregennebelschweren Novembertagen erträumt haben?

Können Reiseträume Wirklichkeit werden? Oder werden sie nur Wirklichkeit wenn wir sie zuvor nicht träumen? Aber dann sind wir ja nicht fünfmal dort sondern nur einmal. und das ist ja auch etwas wenig. Und Stress haben wir sowieso. Da ist der Sommer Sonne Reise Stress noch viel besser. Weil selbst wenn wir dann nicht wegfahren. Wir waren ja schon dort. Beim träumen. Und dann haben wir vielleicht sogar zwei Reisen. Also Reisen ist auf jeden Fall ein Gewinn. Träumen. Suchen. Buchen. Genießen.

(Geht angeblich hier auf der Homepage auch sehr gut ;-) )